...mit derlei putzigen Werbebildchen ist natürlich wenig über den wirklichen Nutzen von Terra Preta oder EM ausgesagt...

…mit derlei putzigen Werbebildchen ist natürlich wenig über den wirklichen Nutzen von Terra Preta oder EM ausgesagt…

Zwei Begriffe tauchen in der Weltverbesserer-/ Permakultur-/ Alternativ-/ Selbstversorger-Szene seit ein paar Jahren immer stärker auf und werden teilweise mit religiösem Eifer gepredigt und hochgehyped als die Lösung der zentralen Menschheitsprobleme. „Terra Preta“ und „Effektive Mikroorganismen“ („EM“).

Was ist dran an diesen Konzepten? Wem bringen sie was und wofür? Sind sie für Dich, wenn Du versuchst, ein anderes Leben zu führen und/oder Dich in einem realistischen Rahmen etwas mehr selbst zu „versorgen“, nützlich? Und wie genau mußt Du es nehmen mit Herstellung und Anwendung?

Antworten. Sogleich. :)

Warum ich beide Themen in einen Artikel packe? Zum einen, weil meine Publikationsfrequenz hier ja eher gemächlich war in letzter Zeit, und wenn ich schon mal am Schreiben bin, kann ich auch gleich zwei Themen erschlagen. ;-)

Vor allem aber: beides sind Mittel bzw. Methoden zur Bodenverbesserung (auch wenn EM als Universalmittel gepriesen werden) und es wird oft in einschlägigen Anleitungen vermittelt, daß sie untrennbar zusammengehören.

Also – erstmal zur Wiederholung oder für die Neulinge…

Was ist „Terra Preta“?

So sieht Terra Preta im Vergleich zu einem "normalen" Boden aus, wenn man eine Schnittgrabung macht. (Bild: http://www.geozentrum-hannover.de/

So sieht Terra Preta im Vergleich zu einem „normalen“ Boden aus, wenn man eine Schnittgrabung macht. (Bild: geozentrum-hannover.de)

Heißt im Portugiesischen einfach „Schwarze Erde“. Und ist nicht das Gleiche, was der Bodenkundler „Schwarzerde“ nennt. Sie ist ein „menschengemachter Boden“, der in dieser Form hauptsächlich im Amazonasgebiet und anderen Teilen Südamerikas angelegt wurde – und der mutmaßlich massiven Anteil daran hatte, daß die frühen südamerikanischen Hochkulturen für damalige Zeiten riesige Städte ernähren konnten. Die „echte“ Terra Preta ist über Jahrhunderte entstanden – immer wieder wurde Holzkohle (teils vom Herdfeuer, teils durch zyklische Brandrodung) in die Böden eingebracht, menschliche Fäkalien und Tierdung, organische Haushaltsabfälle, Knochen, Fischgräten, sowie mineralische Abfälle (Tonscherben/Keramik v.a.) kamen dazu.

So wuchsen bis zu 2 Meter dicke Humusschichten, die durch den hohen Anteil an Holzkohle sehr dunkel gefärbt sind, sehr gut Wasser speichern, und auch Nährstoffe/Dünger gut aufnehmen und speichern.

Menschenkacke nicht im Garten verwenden? Da lachen ja die Hühner... die auch gerne auf unserem Kompostklo chillen ;-)

Wichtigste Zutat neben der Holzkohle? Der Iinhalt der Komposttoilette. Du sagst ‚igitt‘?  Da lachen ja die Hühner… die selbst 1a Düngerlieferanten und unsere ‚Schnellkomposter‘ sind.

Wie die Idee damals entstand? Geht man nach ein paar „2012“/“Maya“/“Alles alte Südamerikanische Lalala ist toll“-Freaks, ist es altes, geheimes, hochspirituelles Maya Erbe und mit einer gehörigen Portion Magie verbunden. Mindestens. Vielleicht auch Aliens. Wahrscheinlicher ist, daß die Kollegen im Laufe der Zeit gemerkt haben, daß Tomatenkerne, die mit der Scheiße in der Abfallgrube gelandet waren, keimten und fett wuchsen und Früchte trugen. Oder so etwas. Dann herumexperimentiert und das Ganze etwas systematischer umgesetzt. Die Grundlagen der Terra Preta sind jedenfalls alles andere als mysteriös.

Wir haben vermutlich keine Jahrhunderte mehr, um uns ein wenig (oder besser noch: sehr gründlich) umzustellen – was hilft uns also der „Terra Preta“-Ansatz für unseren eigenen Garten/Landwirtschaft?

Nice plant, should start to flower and bear fruit soon... maybe the pseudo-buddhist rag-flag helps ;-)

Sog. ‚Luftkartoffel’/Chayote mit etwas Terra Preta im Pflanzloch auf armem Sandboden gepflanzt – mittlerweile durch drei Baumkronen gewuchert und Ertrag bringend!

Viel! Besonders, wenn wir ihn pragmatisch-spielerisch umsetzen und nicht mit religiöser Verbissenheit. Je nach lokalen Bodenverhältnissen ist natürlich der Effekt mehr oder weniger spektakulär – ein ohnehin schon „gesunder“, lebendiger Gartenboden profitiert weniger von Terra Preta als ein ausgelaugter oder von Natur aus „armer“ Boden, den schon minimale Gaben zum Leben erwecken können.

Viele von der kommerziellen Landwirtschaft oder andere Mißhandlungen (z.B. der Müll, der auf Baugrundstücken oft als „Mutterboden“ angeschüttet und mit Rasen bepflanzt wird…) ausgelaugten Böden, deren Wasserhaushalt und Mikrobenstruktur im Eimer ist, kann man durch sanfte, sukzessive Anreicherung mit nährstoffgetränkter Holzkohle massiv verbessern – das habe ich selbst auf kleinen Flächen ausprobiert und gute Resultate sowohl bei schweren, harten Lehmböden als auch auf sehr kargem, sandigem Boden gehabt, schon im ersten Jahr. Oft reicht es schon, bei einer Banane oder einer Papaya oder Luftkartoffel weniger Hände voll oder ein paar Schaufeln Terra Preta ins Pflanzloch zu geben, um einen massiven Unterschied zu spüren!

Das bedeutet für Dich als Gärtner:

  • weniger bewässern,
  • weniger Dünger, der ungenutzt ins Grundwasser oder zum Nachbarn ausgeschwemmt wird,
  • bessere Nutzung des Sonnenlichts (gerade in kälterem Klima macht der dunkle Boden einen echten Unterschied)
  • und insgesamt besseres Wachstum, fröhlichere Pflanzen, und fröhlicherer Gärtner ;-)

Und wie macht man nun Terra Preta? Da kann man massenhaft Anleitungen im Netz finden, die Bandbreite variiert sehr, und es wird eine Menge unnötiges Zeug empfohlen. Wie bei allem KANN man natürlich die Dinge so oder so machen und brauchbare Ergebnisse bekommen, und auch hochesoterisches Mimimi bei der Herstellung mag bei manchen (durch den eigenen Glauben und feldbildende Prozesse) tatsächlich die Resultate verbessern. Schwamm drüber.

Wenn Du mit Terra Preta anfangen willst, sind unnötig hohe Einstiegshürden, komplexe Verfahren, ewige Kompostierung (Nonsens!) und teure Zutaten absolut hinderlich und nicht notwendig.

Eines von vielen Rezepten für Terra Preta - ok wenn man das Zeug pur verwenden will, aber  unnötig kompliziert. Bild von http://terra-preta-gardens.com/

Eines von vielen Rezepten für Terra Preta – ok wenn man das Zeug pur verwenden will, aber unnötig kompliziert. (Bild von terra-preta-gardens.com)

Die einfachste Variante: Holzkohle und menschliche Fäkalien, aus einem Kompostklo. Und direkt ab damit in den Garten (zumindest an die Pflanzen, die solch heftigen Dünger vertragen – und/oder vorsichtig dosieren). Hat den Zusatzeffekt, daß Holzkohlestücke und -staub, als Streumittel im Kloeimer, gleichzeitig den Geruch auf fast Null reduzieren. Man kann auch Holzkohle immer wieder mit Urin „impfen“ – einziehen lassen – wieder begießen – etc.
Das Resultat einfach mit der Hacke in den Boden etwas einarbeiten – fertig. Über die Jahre entwickelt sich dann ein kräftiger, dunkler, krumiger Boden, der dank der fast nicht verrottenden Holzkohlepartikel sehr gut Wasser hält und auch spätere Düngergaben besser speichern / dosiert wieder abgeben kann und Mikroorganismen eine lebenswerte Heimat bietet.

Mist, z.B. von Hühnern oder Kuhmist, ist ebenfalls eine gute Zutat. Steinmehl, wie oft empfohlen, ist nicht schlecht – aber weder zwingend notwendig, dazu noch – ebenso wie die Holzkohle – oft ökologisch eher blödsinnig, weil irgendwo Berge zermahlen und das Zeug dann Hunderte Kilometer zum Baumarkt transportiert wird, um dann im ach-so permakulturigen Liebesgarten Anwendung zu finden…

Großflächiges Terra Preta Versuchsprojekt im Wendland: mich graust bei dem Anblick, aber immer noch besser als die Kunstdünger-Gemüse-KZs in Südspanien oder am Bodensee...

Großflächiges Terra Preta Versuchsprojekt im Wendland: mich graust bei dem Anblick, aber immer noch besser als die Kunstdünger-Gemüse-KZs in Südspanien oder am Bodensee…

Ich halte es da eher mit den alten Inkas/Mayas: wenn mir eine Tasse kaputt geht oder ein Teller oder Terracotta Blumentopf – mit dem Hammer grob zerkleinern und ab damit, mit in den Boden. Hilft für Lockerung und Bodenstabilität, das poröse Material gibt Mikroorganismen Lebensraum, und langfristig führt der Abrieb beim Hacken und Umgraben, durch Frost und Hitze, auch zur Freisetzung von Mineralien. Wenn ich meinen Bart stutze oder meine Glatze mit dem Bartschneider rasiere – geschieht das im Garten. Eierschalen, Finger-/Zehennägel und dergleichen sind auch gut. Braucht man kein Hornmehl zu kaufen.. ;-)

Kompost? Kann man, besonders in warmen Klimazonen, wo die Zersetzung schneller stattfindet, sowieso drüber diskutieren: bei mir gibt es quasi keinen „Kompost“ – organische Abfälle werden entweder eh von den Hühnern oder den Hunden „schnellkompostiert“ oder in Strauch“wälle“ gekippt, die den Garten durchziehen, und in denen Kürbisse etc. wachsen… Anderes Material wie Gras, „Unkraut“ etc. bleibt da liegen, wo es geschnitten wurde oder wird als Mulch in den Beeten verteilt. Fertig. Einfacher, natürlicher – und meist ebenso gute Resultate. Oft säen sich auf diesem Wege Pflanzen sogar selbst dort aus und wachsen, wo es ihnen behagt.

Die Terra Preta Mischung muß jedenfalls NICHT 1-2 Jahre kompostiert werden, und man „muß“ sie auch nicht mit EM impfen. Man KANN beides tun – aber warum sollte man… :) Oder hast Du massive Langeweile und treibst gerne unnötigen Aufwand? Eben.

For my morning coffee I usually use a simple, efficient little wood stove.   And usually one or two of our chicken join me, sit less than a meter away from the fire, and watch closely what is happening... ;-) (and of course if there is some bread to steal...)

Wer eh oft am offenen Feuer/Feuerschale kocht, kann einfach die Glut abschöpfen und selbst Kleinstmengen „BioChar“ produzieren. Neugieriges Huhn optional ;-)

Noch ein letzter Punkt zur Terra Preta: die Holzkohle. Woher nehmen, wenn nicht stehlen oder den nächsten Wald dafür abfackeln? Garantiert NICHT im Baumarkt/Supermarkt kaufen – das Zeug kommt größtenteils von den abgeholzten Restwäldern hier in Paraguay, und auch wenn was von „nachhaltig“ draufsteht, kann ich Dir aus eigener Anschauung versichern, daß „nachhaltig“ in den Ausbeutungsgebieten dieses Planeten nicht exakt das bedeutet, was sich der wohlmeinende Mitteleuropäer darunter vorstellt… ;-)

Am besten: selber machen. Wer etwas Land hat und eh gerne mit kleinem Klaubholz sein Essen kocht, wie ich es lange getan habe und auch in meiner aktuellen Wohnsituation immer wieder mache, kann einfach nach dem Kochen die Glut aus der Feuerstelle in eine Blechdose packen, wo sie sich in akzeptable Holzkohle statt in Asche verwandelt und dann portionsweise in den Kloeimer wandert. Man kann auch sehr einfach in einem Blechfaß gesammeltes Holz zu Holzkohle verschwelen, Anleitungen dafür gibt es zuhauf.

Wer einen traditionellen Köhler in der Nähe hat, kann auch nach den „Abfällen“ fragen – die kleinen Krümel und der Holzkohlestaub, die bei der Produktion massig anfallen, sind der Grillkundschaft nicht zu verkaufen, für Kloeimer und Garten dagegen ideal. Chemisch optimal ist auch eine von pyrolytischen Öfchen („BioChar“) automatisch bei jeder Benutzung erzeugte Kohle, zur Befeuerung dienen meist Holzpellets oder geschreddertes organisches Material wie Zuckerrohrabfälle. Aber dazu in einem separaten Artikel.

Ich halte übrigens Kleinmengen, die sukzessive in den Boden eingebracht werden, oder direkt in ein Pflanzloch gegeben werden, für die organischere und verträglichere Variante. Natürlich kann man auch mit tonnenweise Material ganze Beetreihen aus Terra Preta aufschütten, wie es teilweise im kommerziellen Anbau gemacht wird. Ist durchaus ergiebig, aber wenig natürlicher als „Kunstdünger“. Nicht mein Ding, aber egal, manche machen ja auch Permakultur mit dem Riesenbagger… ;-)

Das wichtigste: einfach mal anfangen! Bissl die Hacke schwingen, roden, und mit Kleinmengen Terra Preta pflanzen...  Und ja: ich gärtnere gerne freikörperig, Klappe halten! ;-)

Das wichtigste: einfach mal anfangen! Bissl die Hacke schwingen, roden, und mit Kleinmengen Terra Preta pflanzen… Und ja: ich gärtnere gerne freikörperig, Klappe halten! ;-)

So, genug Material zum Anfangen, wer mehr dazu wissen will – im Netz schnüffeln, aber bitte dran denken: EINFACH machen und einfach MACHEN, sich nicht von den tausend ultrakomplizierten Schwurbelköpfen vom Handeln abbringen lassen.
Der Kern ist Holzkohle und Scheiße, egal von wem. ;-) Einfach loslegen – dann kannst Du auch bald die positiven Effekte beobachten und buchstäblich die Früchte einer Terra-Preta-Kultur ernten – und wenn es erstmal nur auf einem Quadratmeter oder in zwei großen Pflanzkübeln ist!

Wer gerne überanalysiert: ein paar Bücher zum Thema verlinke ich am Ende des Artikels.

Jetzt noch zu den

Effektiven Mikroorganismen

Die Stammlösung von 'EM-1', die dann selbst weitervermehrt werden kann...

Die Stammlösung von ‚EM-1‘, die dann selbst weitervermehrt werden kann…

Hübscher Name, publicity-wirksam und hype-tauglich. ;-) – und genau das ist es auch. Hype. Ich kenne einige Menschen, die viel mit EM machen und darauf schwören. Alles, was ich bislang allerdings an konkreter Anwendung gesehen habe, war entweder kaum wahrnehmbar, eher durch die Macht des Glaubens/Realitätserschaffung zu erklären (ist ok, aber geht dann auch ohne.. ;-) ) oder mit einfacheren Mitteln zu erreichen.

Worum geht’s überhaupt: EM sind die Entwicklung und These eines japanischen Gartenbau-Professors, Teruo Higa. Ein paar Basisinfos und auch etliche Studien, die zur Anwendung von EM sehr unterschiedliche und nicht schlüssige Ergebnisse brachten sind im Wikipedia-Artikel zu „Effektiven Mikroorganismen“ nachzulesen. Im Wesentlichen handelt es sich um einen Mix aus diversen Hefen, Milchsäurebakterien, etc. die die Bodenstruktur verbessern, den Abbau von Kompost beschleunigen und die Nährstoffverfügbarkeit sowie das Pflanzenwachstum erhöhen sollen. Bei einem völlig toten Boden der Industrie-Landwirtschaft kann ich mir vorstellen, daß das Einbringen von EM etwas bringt. In einem gesunden, mit Kompost, Mulch, Terra Preta etc. verwöhnten Garten oder auf Böden, die nach den Regeln und mit den Mitteln biologisch-dynamischer Landwirtschaft bearbeitet wurden, ist das schlicht nicht notwendig. Wer regelmäßig seine Teigschüssel mit den Heferesten ausspült und in den Kompost kippt und sauer gewordene Milchreste denselben Weg nehmen läßt, dürfte gleichen Effekt sehen. ;-)

Solche Pseudo-Vergleiche sind dekorativ, aber wenig aussagefähig, was die wirkliche Wirkung von EM angeht

Solche Pseudo-Vergleiche sind dekorativ, aber wenig aussagefähig, was die wirkliche Wirkung von EM angeht

Leider – und deswegen erwähne ich das Thema überhaupt – hat sich um „EM“ eine regelrechte Heilsbewegung gebildet, was durch den reißerischen Buchtitel des Erfinders („Eine Revolution zur Rettung der Erde: mit effektiven Mikroorganismen (EM) die Probleme unserer Welt lösen“) mit bedingt und wohl auch gewollt war. EM werden zum Putzen verwendet und zur Wundbehandlung, sollen angeblich Schadstoffe abbauen und wasweisichnochalles. Manches mag bedingt funktionieren – es ist klar, daß Milchsäurebakterien ein wenig beim Putzen behilflich sind, oder eine mild saure Lösung das Gammeln einer Wunde positiv beeinflussen kann. Aber die unglaublichen Resultate und weltrettende Universalität – das ist leider eher Wunschdenken und „heilige Sandale“, der die erlösungsbedürftige und aufmerksamkeitsgestörte Hype-Gemeinde halt jetzt eine Weile nachrennt, bis sich etwas pragmatischerer Realismus einstellt – oder die nächste kommerzielle Wunderpille auftaucht, und die Hype-Karawane weiterzieht.

EM kann man, wenn man einen total toten und vermurksten Boden erworben hat, durchaus ausprobieren – gerade wenn man anfängt, auf schlechtem Boden einen natürlichen Garten anzulegen, kann das Zeug sich durchaus nützlich machen, um schneller wieder eine lebendige Bodenstruktur mit einem Gleichgewicht unterschiedlicher Mikroorganismen zu erhalten (also für Dich weniger „Schädlinge“, gesündere Pflanzen, besseres Wachstum, weniger gießen, mehr Ertrag).
Als Dauerkrücke oder für all die anderen tollen Anwendungsgebiete… nun, bestell Dir halt mal ne Buddel (lassen sich dann mit Melasse recht simpel weitervermehren) und versuchs ruhig selber, wenn Du magst, aber beobachte dabei (zwar offen, aber ehrlich), was geschieht und ob das nun wirklich an den EM gelegen hat… ;-)

Mein Verdikt: bedingt nützlich, aber EM bedienen primär unsere Tendenz, Dinge mit einer „Pille“ oder ein paar Tropfen lösen zu wollen, statt wirklich an der Basis etwas zu verändern…

Um abschließend den Bogen zur Terra Preta zu schlagen: nein, die alten weisen Südamerikaner haben nach allem, was wir wissen, keine EM-Fläschchen gehabt, sie haben das auch so hingekriegt. ;-)

Banane mit Terra Preta im Pflanzloch wird schneller Katzen-Kletterbaum als ohne! ;-)   Anfangen, experimentieren, unernst bleiben! :)

Banane mit Terra Preta im Pflanzloch wird schneller Katzen-Kletterbaum als ohne! ;-) Anfangen, experimentieren, unernst bleiben! :)

Und – ceterum censeo – man darf ohnehin überlegen, ob man unbedingt mit welchen menschengemachten Mitteln auch immer das Letzte aus jedem Boden herauskitzeln muß, oder ob eine rigorose Geburtenkontrolle und weise Selbstbeschränkung der Menschheit nicht die sinnvollere Variante wären. Auch die Bio-Avocado für die Veganer und Rohköstler wachsen in Milliarden-Stückzahl schon lange nicht mehr in handgestreichelten Kleinplantagen, und die Holzkohlemengen, die man bräuchte, um großflächig mit Terra Preta ein paar zusätzliche Milliarden Menschlinge zu ernähren… na herzlichen Dank und goodbye an die letzten Wälder… ;-)

P.S.: Noch zwei Bücher zum Thema – nicht unbedingt „Empfehlungen“, aber mancher will vielleicht auch den EM Hype gerne aus erster Hand erkunden. Nur zu!

Wie bei den meisten spannenden Entwicklungen ist die englischsprachige Literatur umfänglicher und besser, ich verlinke aber heute mal die wenigen übersetzten oder auf Deutsch erschienenen Titel.

Praktisch das einzige brauchbare deutsche Terra Preta-Buch, das mir bekannt ist. Bissl viel Hype-Gelaber („Geheimnis“, „Wundererde“, „Blah“), aber ansonsten nützlich.
Terra Preta. Die schwarze Revolution aus dem Regenwald: Mit Klimagärtnern die Welt retten und gesunde Lebensmittel produzieren

Und hier eines der Bücher zu EM:

EM kompakt: Effektive Mikroorganismen und ihre praktische Anwendung

Dazu die ursprüngliche Publikation des Erfinders der EM:

Eine Revolution zur Rettung der Erde: Mit Effektiven Mikroorganismen die Probleme unserer Welt lösen

Warum nicht mehr Buchempfehlungen? Weil Du nicht lesen sollst, sondern gärtnern! :) Ab an die Arbeit – mit den Informationen in diesem Artikel, ein paar weiteren Webseiten und einem guten Permakultur-Buch
bist Du für die nächsten 10 Jahre beschäftigt. Hau rein! :)

P. P. S.: Artikel gefallen? Dann bitte a) auf wasauchimmerfür sozialen Netzwerken „teilen“, und b) Dich mit mir via Facebook oder Newsletter vernetzen, damit Du von künftigen Tips, Artikeln und Neuigkeiten rund ums „andere Leben“ immer gleich erfährst!.

Eine Antwort auf Terra Preta und Effektive Mikroorganismen – Weltenretter oder Blödsinnshype?

  1. Earny sagt:

    Sehr nett geschrieben danke danke
    Schöne Grüsse von Lanzarote

Set your Twitter account name in your settings to use the TwitterBar Section.