MerkWÜRDIGE Wochen liegen hinter mir, fern von meinem heimischen „Himmelreich“, emotional fordernd und wunderschön (hab Dank, alter Magierbruder, für den Ruf!) und hier und da ein wenig verzwickt, so wie es sich (eigentlich nicht mehr…) gehört für die Liebe ;-)

Nun bin ich zurück und „verdaue“ und widme mich auch wieder mehr den Vorbereitungen für Paraguay.

Das meiste, was in der letzten Zeit geschah, hat nichts hier verloren. Aber an einem Moment will ich Euch teilhaben lassen.

Eine der liebsten und ältesten Gefährtinnen meines Weges hat eine seltsame Eigenschaft. Sehe ich ihr Gesicht an, stelle die Augen auf „Null“, so daß ihr Gesicht verschwimmt, dann verschwimmt es nicht nur oder verändert sich ein wenig. Es formt sich zu anderen Gesichtern, männlichen, weiblichen, schönen und häßlichen, geliebten und furchteinflößenden. Und nein, es handelt sich dabei nicht um einen Fehler in meiner Bildverarbeitung, die Gesichter sind photographisch klar, sie lassen sich nicht aus Versatzstücken ihres „realen“ konstruieren, und ich kenne das so auch nur von einem anderen Menschen.

Bei ihr wundert mich das nicht sehr – ihr heutiges Gesicht ist nicht das einzige, mit dem ich sie gesehen habe. Dennoch, immer wieder faszinierend.

Etwas ähnliches geschah mir vor ein paar Tagen. Ich saß auf dem Bett eines anderen geliebten Wesens und hörte Musik, Loreena McKennitt, „Tango to Evora“. Und plötzlich war ich weg. Ich weiß, wie ich in Versenkungszustände gelangen kann, und manchmal tue ich das willentlich. Aber nicht hier. Es geschah einfach, wie seit einigen Jahren so manches in meinem Leben „einfach geschieht“, *lach*.

Ich wiegte mich in leichter Trance wie im Tanz, und ein Wesen war in meinem Arm und wiegte sich mit mir. Unglaublich real fühlte und sah ich sie. Das Wesen war eine Frau, aber keine bestimmte.

Ihr Gesicht war klar und verschwamm wieder, wechselte im Takt der Musik, ein paar Jahrtausende flossen zusammen in die vier Minuten dieses Liedes. Altbekannte geliebte Gesichter (auch Du, die mich einst mit dieser Musik bekannt machte…) verschmolzen, ein alt-neues war dabei, und eine ganze Reihe, die ich nicht zuordnen kann, vielleicht künftige Begegnungen oder sehr alte, die mir in diesem Leben nicht bewußt sind oder nicht wieder begegnet sind…

Es war ein Moment unglaublicher Schönheit, Intimität und Über-Zeitlichkeit.

Weit jenseits dessen, was unsere kleinen vernarbten Ego-Spielfiguren üblicherweise sich als Beziehungserfahrung gestatten, weit jenseits aller Muster und Begrenzungen. Es war ein Moment unendlicher Liebe und Dankbarkeit. Und es war ein Moment der Ermächtigung und Erlösung, ein Moment des klaren „I-am-THAT-I-am“, wie weggewischt die Ebene schmerzlicher und dummer Erfahrungen, die wir mit unseren geliebten „Sparringspartnern“ im Laufe unserer Seelenentwicklung durchleben zu müssen meinen.

Ich blieb mit einem sehr verklärten Lächeln zurück.
Das immer noch anhält.

So many places, ancient, future, unseen…
So many faces of loved ones…

Eure Gesichter verschwimmen, eine ist alle, alle sind eine
Ineinandergleitend formen sie das Antlitz der Liebe.

Wiege Dich in meinem Arm, Gefährtin, ohne Furcht.

Unsere Tänze sind leichter geworden,
In einer Sphäre jenseits von Zeit und Schmerz.

Ich spreche uns frei.


P.S.: Diese göttliche Musik stammt aus dem Album The Visit von Loreena McKennitt, das wohl nicht nur in meinem Leben ein paar tiefgreifende Trigger gesetzt hat… Danke, Loreena.

Getagged mit
 

6 Antworten auf Tango to Evora

  1. Melanie sagt:

    Danke fürs teilhaben dürfen! :)

  2. Sibylle sagt:

    Danke für deine Liebe

  3. Sibylle sagt:

    bitteschön, gern geschehen…. Spinner!….ich sag dann bescheid, wenn du mir in der Sonne stehst

    • Martin (SiteAdmin) sagt:

      *lach* – nu is aber gut mit der Öffentlichkeit, sonst kommen noch Fiesheiten zu Umfang und Form meines Schattens… ;-)

Set your Twitter account name in your settings to use the TwitterBar Section.