DAS ist ein Klo! ;-)

Die Überschrift ist vielleicht erst mal irritierend. Rückschritte?

Ich lebe in einem neuen Land, das mir gefällt, habe dort einstweilen einen durchaus netten Ort zum Leben. Die Dinge entwickeln sich.

Von meinem Schreibtisch blicke ich auf die Berge des nahen Nationalparks. Vor meiner Fensterscheibe steht öfter minutenlang ein halbzahmer Kolibri und guckt, was ich da so am Rechner treibe. Ich habe Motorradfahren gelernt (zumindest so grob… ;-) ) und viel über Hühner und anderes Federvieh, habe selbst einige davon, die munter und fröhlich sind und mich mit Eiern und gelegentlich einem Braten versorgen, habe eine sausüße Katze und eine ebenso sauniedliche (wenn auch momentan etwas pubertär-nervige) Junghündin, die Nachbarschaft ist freundlich neutral bis hin zu total lieb, wobei ich ja eh wenig Bedarf an Menschen habe, den kurzen paraguayischen Winter habe ich sehr erträglich mit einem lodernden Kaminfeuer im Rücken verbracht.

Mit einigen meiner Web- und Buchprojekte bin ich weitergekommen, mein fortgesetztes Lernen und Experimentieren mit Brainwave Entrainment und anderen Techniken ist nach wie vor spannend und erschließt ständig Neues und Tieferes.  Und auch, wenn mein finanzieller Spielraum noch gelegentlich etwas knapp ist – mir geht es gut.

Eigentlich.

Meine letzten Jahre in der „BRD“ habe ich insgesamt sehr frei gelebt und habe einige Entwicklungen bereits durchlaufen, inklusive praktischer Umsetzung, die die meisten erst nach dem Auswandern vollziehen, wenn überhaupt. Wobei ich noch gar nicht von inneren Entwicklungen, „spirituellem“ Kram, Bewußtheit, Achtsamkeit, etc. rede, sondern äußeren Dingen.

Kleinigkeiten oft nur, aber solche, an denen deutlich wird, wie weit man sich entfernt hat vom „normalen“ Leben.

Auf einem selbstgebauten Kompostklo im Garten zu hocken, und fröhlich zwischen Blumen und Schmetterlingen zu scheißen, statt in einer gekachelten Zelle im eigenen Mief zu hocken wie 95% der „zivilisierten“ westlichen Menschen. Zu wissen, daß die „Produkte“ dieser Sitzung teils ins Schilfbeet fließen und von dort sauber und geklärt in den Boden sickern, teils zu Kompost werden und den Büschen und Bäumen im Garten zugute kommen[1. Das läuft übrigens durch die Trennung von Urin und Kot praktisch geruchsfrei ab, und Komposttoileten haben nicht notwendigerweise was gemeinsam mit einem siffigen Donnerbalken – die Dinger gibts sogar hochtechnisch, vollautomatisch und DIN-zertifiziert für den Inneneinsatz (z.B. die Biolan Naturum ), und selbst die BRD-Bürokraten haben mittlerweile begonnen, Humustoilletten baurechtlich zuzulassen, weil sie anerkannt die ökologisch, wirtschaftlich und hygienisch sinnvollste Variante eines Klos sind. ] – statt sinnlos kilometerweit zur nächsten privatisierten Kläranlage gepumpt zu werden, oder, wie hier oft üblich, ungebremst im nächsten Bach zu landen oder herkömmlich via Sickergrube „entsorgt“ zu werden (wobei mir auffällt, ich weiß gar nicht, wie das hier im Haus gelöst ist – hängt glaub ich an der Kanalisation, aber egal, verschwindet jedenfalls alles in einer ordentlichen, sauberen Porzellanschüssel… ;-) ).

In der Frühe sich mit einem Kaffee auf eine Decke unter einen Baum zu pflanzen und nackt, wie es sich gehört, in der Morgensonne zu sitzen – ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob irgendwelche Kleiderträger in Sichtweite sind, deren „zivilisations“behaftete Gefühle das verletzen könnte.

Und vieles mehr in dieser Art.

 

Vieles, was ich momentan nicht lebe – und wo ich, nachdem die Faszination des Neuanfangs sich ein wenig normalisiert hat, erst richtig merke, wie wichtig und selbstverständlich sie mir geworden waren und sind.

Yep, es wird Zeit, daß Neues oder vorzugsweise eigenes Land zu uns findet, zumal demnächst meine Gefährtin nachkommt, der es ähnlich geht. Und dann geht es auch in diesen Bereichen wieder weiter, in Richtung eines wirklich „freieren“, authentischen, den eigenen Macken und Meisen gemäßen Lebensstils. ;-)

2 Antworten auf Rückschritte

  1. Maik sagt:

    Hey, Elfenwald, danke für den tollen Blog und dass Du Deinen Weg gehst, ich habe das letzte Mal vor ca. 3 Jahren vorbeigeschaut und bin echt erfreut!!!! Gruß von Maik.

    • Maik, danke! Der Weg geht eigentlich eher so vor sich hin in den letzten Jahren… ;-) – nur manchmal treffe ich eine kleine rabiate Entscheidung oder „tue“ etwas, und dann rollt sich wieder eine Wegstrecke ab… „Klavierpassagier“ ist übrigens ein geiler Domainname, *kringel*

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