Wildkräuter verkosten

Die meisten, die mit „Rohkost“ anfangen oder sich „gesünder ernähren“ wollen, fangen mit Grünzeug und Salat an. Da werden die Kräuterchen gekauft/gesammelt, gründlich gewaschen und geputzt, geschnippelt, in eine Salatschale verfrachtet, und mit Balsamico und Salz (Himalaya, bestimmt) etc. schmackhaft gemacht. Und dann ganz normal wie ein Salat verputzt.

Da is auch nix gegen zu sagen.

Aber.

Tip: gerade am Anfang ist es eine gute Idee, den Körper auf diese ungewohnten, kraftvollen Nährkräuterchen einzustimmen. Der kennt doch sowas gar nicht mehr. Muß erst wieder lernen, diesen mit wirklichen Nährstoffen geladenen Grünkram zu verdauen. Gerade z.B. Wildgräser enthalten viel unverdauliches Faserzeug und jede Menge Dinge, auf die ein Kohlehydrat/Fleisch-lastiges Verdauungssystem nicht eingestellt ist.

Außerdem: viele der Wirkstoffe können bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Deshalb ist es ein gutes – übrigens sehr lustvolles – Trainingsprogramm, einfach mal ein paar Kräuter, vielleicht nur ein Blatt von einer neuen Sorte, in den Mund zu nehmen. Ne, nich hektisch kauen und schlucken. Nur mal so ziehen lassen. Bissl rumschieben, vooorsichtig bissl drauf rumkauen. Und immer: schmecken! Irgendwann dann je nach Gefühl und Laune runterschlucken oder den faserigen Rest in den Garten spucken.

Du wirst ziemlich dumm gucken, was alles wie schmecken kann, welche Bandbreite und Intensität von Geschmäckern Kräuter und Gräser haben – ganz ohne Salz und Balsamico.

Wenn ich im Garten unterwegs bin, wird man mich meist auf irgendwas herummümmeln sehen. Bietet sich doch an – kann doch nich an der Wilden Rauke vorbeigehen, ohne mir drei Blättchen abzuzupfen und einzuverleiben! Oder hier von meinen Lieblingsgräsern ein Büschel rupfen, zu einem Bällchen rollen, und eine Weile drauf rumkauen (Kautabak-like). Geil. (übrigens auch gut gegen Mundgeruch). Und am Wasserfaß steht der Wermut, her mit ’nem kleinen Blättchen, joooooooo – Schweppes-Gesicht ganz ohne Schweppes… ;-)

Es gibt sehr wenige Kräuter, die ernsthaft giftig sind. Wer sich nicht auf seine Intuition und seinen Geschmack verlassen will, kann aber natürlich vorsichtig vorgehen und primär das probieren, was er kennt oder selbst gepflanzt/gesät hat.

Dann weiter vortasten.

Von den hunderten Grasarten auf diesem Planeten ist übrigens meines Wissens keine einzige giftig oder ungenießbar – also hau rein!

Frohes Weiden wünsche ich!

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