Gartentip: Schneckenflüstern statt Schneckenkorn!

Bierfalle? Klar, wir saufen uns einen an, und kommen mit umso mehr Appetit wieder... ;-)

Bierfalle? Klar, wir saufen uns einen an, und kommen mit umso mehr Appetit wieder… ;-)

Es ist schon eine Weile her (da lebte ich noch in Deutschland), da hatte ich in meinem Gärtnerleben eine Menge Ärger mit Schnecken. Genau: diese lästigen, schleimigen, herzlosen Alles-Kaputt-Raspler!!!

Während ich den üblichen (und aussichtslosen) Krieg gegen sie führte und in meinen Mitteln (obwohl ich im Herzen friedlich, „bio“ und „Permakultur“ bin) immer weiter eskalierte vor Wut und Ohnmacht, fand ich die mir eigentlich längst bekannte Lösung in einem kleinen Büchlein. Irgendwie habe ich diese Erfahrung, die für mich sehr berührend war, bislang nur mit wenigen geteilt. Das sei nachgeholt.

Für die, die viel Geschwurbel nicht brauchen und mögen ;-) – hier der Link zum Buch:

Hans-Peter Posavac: „Schneckenflüstern statt Schneckenkorn“ zur Produktempfehlung im WaldWort-Shop oder direkt bei Amazon.de bestellen!

Und ja – ich habe das selbst ausprobiert, getan, erlebt: es funktioniert.

Meine Erfahrungen hatte ich damals in eine kleine Geschichte verpackt und einer Freundin gemailt – ich teile sie einfach mal hier, wer versteht, wird verstehen… ;-) Der „Kater“ bin natürlich ich, das „Katerland“ ist ein spöttelndes Wortspiel und war ein kleines Stück Ex-LPG-Gelände mit dem malerischen Namen „Himmelreich“ in Sachsen-Anhalt, wo ich meine letzte Zeit in Deutschland recht idyllisch verbracht habe. Also, Geschichte: :)

Auf dem Höhepunkt der 'SchneckWars' - die Staudensichel zerteilte ungezählte kleine Schleimer...

Auf dem Höhepunkt der ‚SchneckWars‘ – die Staudensichel zerteilte ungezählte kleine Schleimer…

Es war einmal ein großer, dicker Kater. Der wollte zwar hier und da ein großer, böser Kater sein, vor dem alle Angst hatten – aber eigentlich war er ein sehr gutmütiger und sanftmütiger Kater.

Eines Tages hatte der Kater ein Katerland bekommen – da konnte er spielen und wühlen und Katzenminze wachsen lassen und viel in der Sonne liegen. Und das tat der Kater. Es war kein großes Land, und es gab viel Brennesseln, Schutt, und Müll. Der Kater veränderte das Land. Er grub Beete, rodete Brennesseln, mähte einen Teil der Wiese, bis dieser fast ein Rasen wurde, und pflanzte und säte allerlei Pflänzlein. Nicht nur Katzenminze. Besonders die Sonnenblumen mochte er.

Aber nicht nur er.

Denn da waren die Schnecken. Sie waren überall. Und sie waren hungrig. Rücksichtslos raspelten sie jeden kleinen Sämling ab, gerade wenn er sein erstes Grün aus dem Boden streckte, fällten die Sonnenblumen, zerfraßen den Salat, bis er starb.

Dann starben sie. Der Kater war zornig geworden. Er verstand zwar, daß die Schnecken ein paar neue Pflanzen probieren wollten. Er verstand auch, daß er das Gleichgewicht dieses sich regenerierenden Stück Landes verändert hatte. Aber er verstand nicht den sinnlosen Zerstörungstrieb der Schnecken. Und er wollte, daß seine Sonnenblumen blühen konnten und seine Sämlinge wenigstens eine Weile wachsen konnten… Deshalb tötete er die Schnecken. Jeden Morgen und jeden Abend. Mit Sichel und Bajonett, mit Salz und Lötbrenner.
Aber es half nicht viel.
Die Schnecken futterten festlich ihre Gefallenen, und vermehrten sich.
Es wuchs nicht mehr viel in diesem Jahr im Katerland.

Ein neues Jahr kam.

Diesmal fing der Kater schon früher an, zu säen und zu pflanzen. Alles sah gut aus, wuchs und gedieh. Der Goldmohn fing schon an zu blühen – da kamen die Schnecken zurück. Und zerfraßen die halbhohen Sonnenblumen.

Der Kater wetzte das Bajonett, und ging wieder auf die Jagd.

Dann hatte er die Faxen dicke – er setzte sich vor seinen Rechner, und gab bei Google „Schneckenkorn Versand“ ein. Es war Zeit für den großen katerländischen Krieg.

Suchergebnis No. 4 war ein Buchtitel: „Schneckenflüstern statt Schneckenkorn“.

Buch klein, Wirkung groß: 'Schneckenflüstern' funktioniert!

Buch klein, Wirkung groß: ‚Schneckenflüstern‘ funktioniert!

Da mußte der Kater plötzlich sehr weinen. Denn er wollte eigentlich gar kein Schneckenkorn. Er mochte diese dämlichen verfressenen Schleimer eigentlich. Er sah all die kleinen Stielaugen und Schleimbäuche vor sich, die er entzweigehackt hatte, er fühlte noch einmal die nutzlose Wut über die gefräßigen Schneckenhorden… und er fühlte sich erlöst. Er brauchte kein Schneckenkorn.
Er ging in den Garten, damit die Tastatur nicht naß wurde, und um seinen Schnecken näher zu sein, setzte sich dort ins Gras, und weinte weiter.

Im Geiste sprach er mit den Schnecken.

Er erzählte ihnen, warum er sie gejagt hatte. Warum sich die Dinge verändert hatten hier und warum und wie sie sich weiter verändern würden.

Und daß jetzt Frieden sein sollte.

Er hatte ja gewußt, daß man mit anderen Tieren sprechen kann. Hatte es auch selbst getan. Aber Schnecken und Reden? Das hatte er nicht so recht geglaubt und nur ganz kurz versucht. Auch das erklärte er ihnen jetzt.

Von den Schnecken hörte er nicht viel Antwort. Aber das ist bei Schnecken normal. Sie reden recht leise, und machen nicht viel Worte.

Am nächsten Morgen war an keiner der Sonnenblumen eine Schnecke zu sehen.

….

Tja – die Geschichte ging dann noch weiter. Und geht noch.
Ich habe das Buch bestellt, obwohl ich es eigentlich nicht gebraucht hätte – ich mußte nur den Schalter umlegen und mit den lustigen Stielaugen reden.
Die Schnecken waren sofort zurückhaltender (jedenfalls in meinen Beeten und bei den Jungpflanzen), und ich habe sie ein paar Mal von den Pflanzen und Orten, wo sie bitteschön nicht sein sollen, abgesammelt, ihnen erklärt, warum ich diese Pflanzen da gerne wachsen sehen würde und daß sie bitte im unteren Bereich des Grundstücks und in der Wiese herumraspeln sollen, daß es dort einen neuen Komposthaufen gibt und ich ihnen da alle paar Tage lecker welken Salat hinbringe. Dann habe ich sie dort abgesetzt, nebst Salat. Und sie gebeten, ihren Kumpels die Neuigkeiten weiterzuerzählen.

Mittlerweile werden die Schnecken zwar mehr, und ich muß möglichst täglich so ein paar Kiddies und Halbstarke von „meinen“ Pflanzen zupfen und ihnen die Regeln verklickern – aber die Schäden sind lächerlich im Vergleich zum letzten Jahr und immer mehr Schnecken treiben sich dort herum, wo sie „dürfen“.
Zum Teil sogar so, daß ich es bei Menschen „demonstrativ“ nennen würde. Eine hockte direkt neben einer jungen Bohnenpflanze – und knuspelte an einer Brennessel. Was ziemlich unüblich ist. Und gestern am hellichten Vormittag hockten mitten auf dem Weg zum Klo gleich zwei nebeneinander, nicht weit von mehreren Sonnenblumen, und mümmelten Distel – grad so als ob sie sagen wollten: „Guggstu, geht in Ordnung. Wir lassen Deine Beete in Ruhe, und wie Du siehst, fressen wir schon aus lauter Rücksichtnahme Disteln, denn da sind wir uns ziemlich sicher, daß Du nix dagegen hast…“ Hab gleich mal ein paar Salatblätter vorbeigebracht…

Und dann gab es noch einen „Zufall“. Es muß kein Zusammenhang bestehen, kann auch einfach daran liegen, daß mittlerweile ein neues Gleichgewicht sich hier stabilisiert – jedenfalls kam ein paar Tage nach dem Ende der SchneckWars ein Igel ins Himmelreich, wo zumindest die letzten Jahre nie einer gelebt hat. Es war fast so, als hätten ihn die Schnecken gerufen, um sich auf erträgliches Maß zu reduzieren, nachdem ihr Gärtner endlich kapiert hat und sie ihm vertrauen, daß er das Gleichgewicht wieder hinkriegt, für das sie sich unbewußt zuständig fühlten.

Und ich kann mich wieder über die ulkigen Viecher amüsieren, ihnen zugucken, ihnen einen Finger zum Begucken und Anknabbern hinhalten, und gebe ihnen fröhlich von den mehr als genug wuchernden Pflanzen ab.

Katerwelt wieder ein Stück friedlicher geworden, Schneckenwelt auch (nur noch son grunzendes Mini-Wildschwein mit Stacheln hinter ihnen her…).

So weit meine persönliche Geschichte. Ich habe die von Posavac vorgestellten Techniken über zwei Wachstumsperioden/Jahre angewandt – und sie funktionieren. Punkt. Natürlich tut man sich leichter, wenn man schon etwas den Geist für „Ungewöhnliches“ frei gemacht hat, und wenn Tierkommunikation, Meditation, Innere Stille etc. keine totalen Fremdwörter mehr sind… aber mit den bodenständigen und humorigen Anleitungen von Posavac dürften auch „Neulinge“ recht schnell Erfolge erzielen!

Noch mal der Link zum Buch, damit Ihr nicht wieder hochscrollen müßt… ;-)

Hans-Peter Posavac: „Schneckenflüstern statt Schneckenkorn“ zur Produktempfehlung im WaldWort-Shop oder direkt bei Amazon.de bestellen!

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