„Mission Statement“

Das Elfenwald-Projekt – eine Zukunftsvision

Vor einiger Zeit brachte “Spiegel online” eine niedliche Artikelserie, in der allerlei Menschen von Promi bis “Zukunftsforscher” erzählten, wie sie sich die Welt in rund 50 Jahren vorstellen. Der Zweck der Serie war klar – es ging um Zweckoptimismus der dümmlicheren Art. “Wir” sind ja schließlich “Deutschland”, wir sind “Gesellschafter”, und es kann ja nur NOCH besser werden… *kopfschüttel* Fast alle Szenarien waren hoffnungslos rosabrillig, fast keiner dachte über den Tellerrand des heutigen Systems hinaus. Ernüchternd und ein wenig lächerlich, aber bezeichnend.

Wer die heutigen Prozesse realistisch und aufmerksam verfolgt, kommt für die Zukunft zu sehr anderen Vermutungen.

Und kommt zu dem Schluß, daß Passivität und gedankenloses Hamster-im-Rad-Spielen dringend abgelegt werden sollten, wenn die Dinge nicht ganz massiv aus dem Ruder laufen sollen. Ich gehe allerdings davon aus, daß die Dinge ganz ungehörig aus dem Ruder laufen werden, weil es bereits zu spät ist, um den nächsten Zyklus von Chaos, wirtschaftlichem Zerfall und Krieg noch abzufangen. Zu rückständig ist unser Denken und Fühlen im Vergleich zu unserer technischen Entwicklung, zu stark der Einfluß, den der religiöse Irrsinn immer noch auf die Menschheit hat, zu gut zementiert die Macht- und Wirtschaftsstrukturen derer, die von Krieg, Ausbeutung (von Mensch und Erde) und verdummender Menschheitsvermassung profitieren.

Ich sehe zwei Ansätze, um weitermachen zu können und nicht zu resignieren:

  • Sich abkoppeln vom Mainstream so gut es geht und positivere Parallelwelten aufbauen. Kleine, mehr oder minder autarke Gemeinschaften, die “anders” leben, anders miteinander umgehen, die Utopien ganz frech leben. Die sich in den dünnbesiedelten Landfluchtgebieten einnisten. Da, wo die us-amerikanischen und chinesischen Panzer vermutlich nicht vorbeikommen, da, wo der Mob der verslummenden Mega-Städte sich nicht seine Schlachten mit den privaten “Sicherheits”-Armeen der Reichen liefert, da, wo der Bürokratismus unserer Wasserkopfregierungen immer weniger hinreicht. Je mehr unser System seine Handlungsfähigkeit verliert – und es steuert zur Zeit wieder auf einen dieser zyklischen Kollapse zu – desto größer die Chance, Freiräume für neue und bessere Ansätze zu ergattern. Aufbauen und sich bereithalten.
  • Der zweite Aspekt sind “feldbildende” Mechanismen. Wem Rupert Sheldrake, der “Hundertste Affe” und verwandte Theorien nichts sagen (oder wer sie für Unfug hält), wird damit wenig anfangen können. Grob gesagt: ein Netzwerk kleiner Gemeinschaften, in denen bestimmte Verhaltensweisen und Werte gepflegt werden, bildet eine Art Gitternetz um den Planeten, das Auswirkungen hat – heilende, aufweckende, in Bewegung bringende. Die Mechanismen sind noch nicht sauber erforscht und es wird damit viel pseudoreligiöser Humbug getrieben, aber am Kern ist etwas dran. Und es ist ein Ansatz, mit dem sich etwas bewegen läßt.

Und was ist / will jetzt Elfenwald?

Ich habe die Grundidee zu Elfenwald im Jahr 2003 entwickelt, während meiner Pilger-Landstreicherreise durch Europa. Seither entwickeln sich Konzept und Realisierung behutsam vor sich hin. Das Elfenwald-Projekt ist kein simples Projekt – es besteht aus einer ganzen Menge von Ideen und Theorien und praktischen Ansätzen, es spielt eine Menge hinein aus den verschiedensten Wissensbereichen, es speist sich aus einer ganzen Reihe von Quellen und früheren Projekten. Deshalb ist es auch komplex zu erklären – zumindest wenn man es wirklich verstehen will. Ich schreibe zur Zeit ein kleines “ABC”, in dem Lexikon-artig zu verschiedenen Schlagworten nachzulesen ist, wie ich zu Themen wie “Arbeit” oder “Freie Liebe”, “Religion” oder “Gewalt” stehe, ob ich etwas mit Tamera zu tun habe, wie ich es mit Staat und “Gesetz” halte, etc.pp.

Kurz und oberflächlich zusammengefaßt:

  • Elfenwald ist ein ein Naturschutzprojekt. Es geht darum, Waldgebiete “freizukaufen” und vor der üblichen “Nutzung” zu bewahren. Gleichzeitig soll ein Modell entstehen, wo Teile eines Gebietes von den dort lebenden Menschen (= uns selbst) in Einklang mit der Natur bewohnt und behutsam genutzt werden, während andere Bereiche strikte Schutzzonen darstellen und das Ganze ein für Ökosystem UND Mensch erfreuliches Zusammenleben ergibt. Also weder die besonders in der BRD üblichen Bürokraten-”Naturschutzgebiete”, noch ein chilliges Hüttendorf im Wald, wo unbedarfte Kiffer ihren Müll rings um die Lichtung verteilen… Ebenfalls eine Rolle spielen hier die bereits oben angesprochenen feldbildenden Prozesse – die Theorie der “Heilungsbiotope” von Dieter Duhm und anderen ist, so sehr man über manche Inhalte und die Urheber diskutieren kann, ziemlich richtig. Und unser geschundener Planet verdient es, wenigstens punktuell mit Achtung und Freundschaft behandelt zu werden.
  • Elfenwald ist ein soziales Experiment. In einem kleinen Rahmen (maximal 30 Personen sind geplant, zu Beginn höchstens ein Dutzend) sollen andere Formen des Zusammenlebens entwickelt werden. Dazu gehören Stichworte wie Gewaltfreiheit (wo immer möglich), Freie Liebe (wer jetzt an Otto Mühls “Ficklisten” denkt, ist auf dem gründlich falschen Dampfer…), positive Anarchie, und einiges mehr. Bitte nicht vorschnell in die Schublade: “ach herrjeh, Landkommune, Hippies, hatten wir alles schon” stecken. Diese Projekte gingen uns voraus. Die Menschen entwickeln sich weiter, die Ideen und Konzepte auch. Bitte differenzieren und GENAU lesen. Zu den Einzelthemen mehr im ABC.
  • Elfenwald ist ein technologisches Experiment. Wir sind keine Feinde “der Technik”. Ganz im Gegenteil. Besonders Kommunikationstechnik – leistungsfähige Rechner und schnelle Internetverbindung – wird so ziemlich das erste sein, was wir unter den ersten provisorischen Zeltplanen installieren… Das Elfenwald-Projekt will ausloten, wie man extrem einfaches, naturnahes Leben kombiniert mit dem Besten an irdischer Technologie, was es gibt – da, wo es sinnvoll ist und den Menschen weiterbringt. Die Elfenwald-Projektdörfer werden damit auch Spielwiesen für die praktische Nutzung von Zukunftstechnologien sein, ob nun Wasserstofftechnologie und andere alternative Energieversorgungsansätze, neue Versuche im Kommunikationsbereich (”Bio-Handy”, Skalarwellen, etc.), einfache aber effiziente Nutzung von natürlicher Energie (Solarkocher etc.), Wasseraufbereitung, und vieles mehr. Dabei wird – auch das ist einer der Grundsätze – ideologiefrei bei allem “gewildert”, wo es Sinnvolles zu holen gibt. Bei den klassischen Naturwissenschaftlern und Ingenieuren ebenso wie bei den Grenzwissenschaftlern und bei verpönten “Spinnern”. Was funktioniert und hilft, ist gut.
  • Elfenwald ist ein religionsfreies, aber spirituelles Projekt, wie man schon vom Namen her erahnen kann. Halt, hiergeblieben! Keine “Esos”, keine Christen, keine irren Muslime, keine Juden, keine Hindus, keine Gurus. Kein Grund zur Sorge. Und manchmal sogar ein anderes Bier. ;-) Ich betrachte mich als Skeptiker und Agnostiker, trotzdem und gerade drum lerne ich bei Theosophen und Magiern und Buddhisten und alten Einweihungsschulen. Aber ich glaube niemandem und an nichts. Ich will wissen. Allerdings weiß ich aus Erfahrung und habe genug Indizien dafür gesammelt, daß unser schulwissenschaftlich-materialistisches Weltbild zu kurz greift. Es gibt eine Menge, was wir (noch) nicht verstehen, wo die Formeln der Physiker die Wirklichkeit keinen Deut besser beschreiben als das Gestammel der Mystiker und sich vom Gefasel der Channeling-Medien nur geringfügig unterscheiden. Es gibt so etwas wie eine “geistige Welt”, auch wenn sie etwas anders funktioniert, als sich die meisten Esos und “Lichtarbeiter” das zurechtträumen und von obskuren Geistwesen sich einreden lassen. Das ist ein heikles Feld und verlangt etliche Erklärungen. Für die Interessierten verweise ich dazu auch wieder auf das ABC. Für die anderen sei kurz zusammengefaßt: wir leben im Bewußtsein, daß es Welten und Wesen gibt, die parallel zu uns existieren. Wir leben auch im Bewußtsein, daß selbst mit Blick auf unsere physische Welt unser Wissen noch recht erbärmlich ist. Wir haben nicht 97% der Welt verstanden oder stehen kurz vor der “Weltformel”, wie es die sog. “Naturwissenschaft”, die sich längst von naturwissenschaftlichen Prinzipien verabschiedet hat, gerne suggeriert. Wir stehen vielleicht bei 7%. Auf den Rest sollten wir neugierig sein und ihn erforschen und erkunden, statt ihn zu leugnen oder religiös / esotherisch zu vernebeln. Das ist unser Ansatz.
  • Elfenwald ist ein Selbstversorger-Projekt, das zumindest die Fähigkeit zu weitreichender Autarkie anstrebt. Zum Leben der Zukunft gehört auch, daß man in der Lage ist, sein eigenes halbwegs unverseuchtes Futter wachsen zu lassen. Daß man sich unabhängig macht von einem Krankheitssystem, das schon lange Menschen nicht mehr heilt, sondern ihre immer chronischeren Krankheiten verwaltet. Daß man sich auf Lebensqualität konzentriert und die Dinge, die einem wirklich wichtig sind, auch im Materiellen. Daß man sich vom unreflektierten werbeinduzierten Konsum verabschiedet. Daß man seinen Strom selbst produziert und sich unabhängig macht, wo es nur geht. Das heißt nicht, daß man jeden, der ein nicht-selbstgewebtes Hemd an hat, schräg ansehen muß, oder sich seine Solarpanels selber schnitzt. Realismus und Pragmatismus, aber nur so weit, wie es sein muß und wie es sich noch “gut anfühlt”.
  • Elfenwald ist ein wirtschaftliches Experiment. Wer sich eine Weile mit unserer Arbeitswelt befaßt und ihre Hamsterräder von innen kennt, wer unsere kranke Auffassung von Arbeit durchschaut und abgelegt hat, entwickelt ein anderes Verständnis von Tätigkeit. Wer die Systemfehler und die Perversität unseres Zins-Systemes klar sieht, denkt über Alternativen zum herkömmlichen, Geld-basierten Wirtschaften nach. Immer mehr Menschen kommen mit Tausch-Ringen und Komplementärwährungen in Berührung, immer häufiger werden solche Ansätze in den Alltag integriert. Wir werden das noch ein wenig fortführen. Im Elfenwald wird es die künstliche Trennung von “Leben” und “Arbeit” nicht geben. “Arbeit” ist kein Wert an sich, und sie kann und darf nicht ein feindlicher Fremdkörper im Leben sein. Es wird im Elfenwald eine Menge Tätigkeiten geben, auch kommerzielle Angebote für Außenstehende, und die Projekte sind so konzipiert, daß sie sich selbst tragen und moderat profitabel arbeiten können, auch nach herkömmlichen Kriterien. Aber der Umgang mit Geld und Arbeit wird ein sehr anderer sein, als ihn die meisten Menschen gewohnt sind. Mehr dazu ebenfalls im ABC.
  • Elfenwald überschreitet Grenzen und baut Brücken. Wie schon bei den vorigen Punkten deutlich geworden sein dürfte – dieses Projekt will scheinbar unvereinbare Dinge und Welten vereinen. Ich will im praktischen täglichen Leben und auch in Seminaren und Workshops und Veranstaltungen Menschen, Ideen und gedankliche Welten zusammenbringen, die sich meist als “Feinde” verstehen. Die Zeit der spezialistischen Vereinzelung ist vorbei – es wird Zeit, Wissen und Welten zusammenzuführen. Das geschieht im Kleinen, indem man in selbstgebauten Leichtbau-Hütten naturnah lebt, Permakultur-Anbau betreibt (”Eßbare Wildnis”) und sich weitgehend selbst versorgt, dabei aber kein sympathisch einfältiger Zottel wird, sondern nur ein sympathischer Zottel, der genauso in der Lage ist, einen Linux-Server zu administrieren, der sich mit Heilungsmechanismen befaßt, philosophischen Hintergründen, der die Grundzüge und Grundfehler des Weltwirtschaftssystems durchschaut, und vieles mehr… Ein sehr weitreichender Anspruch, der aber, wenn er mit fröhlicher Leichtigkeit und Mut zur Lücke gelebt wird, sehr fruchtbar sein kann. Und die Basis schafft, um Spezialisten aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen und aus ihren solipsistischen Schneckenhäusern in die Welt zu locken…

Das möge als kurzer Einblick genügen.

Hintergründe, Details, Weltanschauliches und Praktisches findest Du im Elfenwald-ABC, wenn Du auf dem Laufenden bleiben willst, kannst Du die News-Artikel aus dem Elfenwald in Deinen Feedreader aufnehmen, oder, wenn Dir das nichts sagt, unseren (un)regelmäßigen Rundbrief per eMail bestellen.

Die weitere Entwicklung der Elfenwald-Idee wird übrigens so verlaufen, wie sie verläuft ;-)
Ich betreibe dieses Projekt nicht wie ein klassisches „Projekt“, ohne feste Planung, ohne druckvolle Suche nach Sponsoren und Mitmachern, etc.pp. Es ist eher ein Lebensweg und eine Lebens-Art als ein Projekt. Was dran ist, findet seine Mittel und Wege und Menschen. Zunächst eine kleine Land-Webworker-WG in Paraguay als Keimzelle und Kristallisationspunkt, dann sehen wir weiter.

Und wer das Projekt, unsere Ziele, mich, meine Ideen und Ansätze sympathisch und hilfreich findet, – bitte wirf einen Blick auf die Mitmachen!-Seiten. Elfenwald ist so konzipiert, daß es keine “Hilfsorganisation”, keine dauerhaft am Spendentropf hängende Geldverbrennungsanlage wird. Elfenwald möchte auch dem „Wirtsland“ gerne eher Nutzen bringen und ein paar positive Impulse liefern, statt wie so viele „Hilfs“-Projekte eher die dortigen Strukturen zu zementieren und die Abhängigkeiten von der „Ersten Welt“ zu verschärfen. Unsere Projekte werden sich selbst tragen. Aber bis zur Realisierung des ersten Projektes sind wir dringend auf aktive Mithilfe, Spenden / Stiftungen (Geld/Technik/Land) und logistische Unterstützung angewiesen.

Schon mit kleinen Beiträgen kann hier einer der wirklich zukunftsorientierten Ansätze – abseits der Mainstream-Bigotterie und ebenso abseits reiner “Aussteigerromantik” – unterstützt werden!

Nachtrag Mitte 2011: Es ist viel verseuchtes Wasser die Flüsse dieser Welt hinabgeflossen, seit ich diesen Text schrieb. Er behält seine Gültigkeit – auch wenn sich immer mehr herauskristallisiert, daß ich zu müde und unlustig bin, diese Ideen für eine Welt, der sie wurscht sind, umzusetzen und mich dafür (Geldbeschaffung etc.) wieder auf die Spielregeln der mir mäßig verständlichen Spezies „Mensch“ einzulassen. Mögen andere es tun, deren Fokus noch mehr auf dem „Tun“ liegt und deren Naivität und/oder Energielevel noch höher sind. Ich werde ähnliches umsetzen, allerdings kleiner, mangels konkreter Unterstützung/Mitteln langsamer, und vom Schwerpunkt her immer mehr „innen“ als „außen“.

Nachtrag Mitte 2012: Ich lebe mittlerweile exakt so, wie ich es mir vorgestellt habe, einige wenige passende Andere tun das in meiner Nähe ebenfalls (mit einem begrenzten Miteinander, das den eigenen Freiraum respektiert), und es ist genau so gut, wie es ist. :) Den ideologischen und Menschheitslehrer-Teil überlasse ich gerne anderen – davon habe ich mich gründlich wegentwickelt.

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