“Was tut sich? Was geht? Warum hört man nichts vom Elfenwald? Lebst Du noch?”

Wenig tat sich (äußerlich), wenig ging (im Sichtbaren), ich hatte keine Lust zum Schreiben, und ja, ich lebe noch. ;-)

Zeit, mal wieder ein kleines Update loszulassen. Und Zeit, ein paar Worte über meine innere Entwicklung und die äußerliche Entwicklung oder Nicht-Entwicklung von “Elfenwald” zu verlieren.

Die meisten, deren Leben nicht schon mit 20 bis zum Ableben vorgezeichnet ist, kennen das, je nach Entwicklungsstand und Lebensweg mehr oder weniger intensiv: man vollzieht Entwicklungen, die man als notwendig und “richtig” empfindet (was oft genug vermeintliche Fehler und grobe Schmerzen für sich und andere beinhaltet), wird dabei einerseits “weiser” und klüger, liebevoller und reifer, scharfsichtiger und nachsichtiger, kindlicher und unernster – zugleich aber auch immer inkompatibler mit dem, was wir als evolutionäres “Menschen”-Erbe mitschleppen und mit dem, was auf diesem Planeten realexistierend und gegenwärtig als “normal” angesehen wird, sei es beim Geldverdienen, in der Kommunikation, im Lieben.

Nur wenige schaffen es dabei, die Anbindung an den menschlichen “Mainstream” zu behalten (oft auf Kosten merkwürdiger Kompromisse und Halbherzigkeiten) oder sich zumindest mit ihm zu arrangieren – und noch weniger häufig gelingt es, gleitend und schmerzfrei gangbare Wege, eine “Heimat” und passende Gefährten im “Neuen” zu finden, so daß die eigene Entwicklung nicht im Äußeren zu einem Weg in Armut und/oder Einsamkeit wird.

Gottchen – klingt bissl dramatisch, hm? Ist es auch – ich kenne mehr als einen guten Menschen, die mitten in der “BRD” buchstäblich nicht genug zu essen haben, weil sie nicht mehr mit dem wohltemperierten (und immer mehr eskalierenden) Systemwahnsinn vereinbar sind, und angesichts der für “Hartz 4″ erforderlichen Selbstentblößungs- und Unterwerfungsrituale lieber halbwegs frei hungern… Aber das nur anmerkungsweise – die BRD ist sehr an den Rand meines Wahrnehmungsfeldes gerückt.

Bei mir laufen ähnliche Prozesse ab, schon seit Jahren. Nein, ich hungere nicht in Paraguay, im Gegensatz zu vielen Paraguayern, die froh sind, wenn was auf dem Teller ist, und das nicht aufgrund von Selbstentwicklungsprozessen, sondern der üblichen Ausbeuterspielchen und zum Wohle der Land-Oligarchen und der internationalen Finanzkartelle…

Nein, mein Körpergewicht deutet nicht auf Unterernährung hin ;-), meine Einsamkeitsphasen sind meist selbstgewählt, ich komme klar, mein Vermieter kriegt seine Miete, meine Tiere sind gesund und wohlgenährt, und auch wenn ich wenig bis keinen Spielraum habe: alles im grünen Bereich.
Aber auch bei mir entwickelt sich erst langsam das Gleichgewicht zwischen innerer und äußerer Weiterentwicklung, materiellem Leben und Überleben und dem “Anziehen” (und Zulassen) neuer, für den gegenwärtigen Weg passender Menschen.

Und ich gehe nur weiter, wenn weitere Schritte an der Reihe sind – und ich Kraft, Lust und Energie dafür habe. Oder wenn besonders intensive und gute Impulse von außen kommen – das gilt für die Kommunikation (die persönliche, aber auch die hier auf den Webseiten), für meine persönliche Entwicklung, die, so weit ich in Teilbereichen auch bin, alles andere als “fertig” ist, und für die Entwicklung im Außen, für die Elfenwald-Ideen, den Landerwerb und eine mögliche Community-Gründung.

Während meines ersten Jahres hier ging in dieser Richtung nicht viel weiter, zumindest nicht an der sichtbaren Oberfläche.

Ich wollte zunächst einmal “ankommen”, mein Seelchen, daß bei Flugreisen nicht hinterherkommt, gemächlich nachkommen lassen, gemütlich einsiedeln, Boden und Land erfühlen, erste Erfahrungen mit hiesigem Gärtnern sammeln, mit Tieren leben und spielen, etc.pp. Fühlen, ob ich am richtigen Ort bin. Das habe ich getan. Ausgiebig.

Dazu kam, daß meine “Primärgefährtin” der letzten Jahre durch langwierige Loslösungs- und Klärungsprozesse und viel Bürokratenmüll im alten BRD-Leben hindurch mußte und erst jetzt allmählich ihre Koffer packen kann – und ich habe mich hinreißen lassen, zu “warten”, statt schon mal mehr für mich allein oder mit anderen anzuleiern. Macht aber nichts. Ich hatte genug zu spielen und zu lernen, von Hühnerhaltung bis zum Bau von Rocket Stoves. Es war eh noch nicht so weit.

Das wurde auch in anderen Bereichen deutlich: es gab/gibt ja etliche Kontakte bezüglich “Mitmachen”, und einige Menschen hatten auch signalisiert, die Umsetzung meiner Ideen finanziell unterstützen zu wollen.

Das meiste davon hat sich bislang entweder als Warmluft erwiesen, war lieb gemeint, aber überambitioniert, weil eigene psychische Blockaden oder veränderte Lebenssituationen dem Geldgeben/Mitmachen im Wege standen, irgendetwas “paßte” bei den persönlichen Begegnungen nicht (meist, weil viele “Weltverbesserer” noch sehr im Aktionismus verhaftet und unbewußt auf der Suche nach einem charismatischen Anführer sind, der ich weder bin noch sein will… ), manches versandete auch einfach, weil ich und/oder die betreffenden Menschen einstweilen in Kommunikationslöchern verschwanden, und die ernsthaftesten und schönsten Kontakte und Ideen kamen wie gewöhnlich von Menschen, die die letzten Jahre ebenfalls den Fokus mehr auf ihrer eigenen Entwicklung als der ihres Bankkontos hatten, und folglich beim ersten Schritt – dem Landerwerb – nicht in sinnvollem Umfang helfen können und/oder nicht einmal mehr in der Lage sind, Europa aus eigener (Finanz-)Kraft zu verlassen.

In letzter Zeit kam plötzlich Bewegung rein, gleich aus mehreren Richtungen – dazu noch in den nächsten Tagen ein separates Update. Jetzt erstmal kurz abschließender Rückblick.

Auch eine Variante für das Elfenwald-Leben: als Ziereremit, wie hier in einer Sepiazeichnung von Johann B. Th. Schmitt, 1795

Mein Weg ist nicht der, um jeden Preis eine “Gemeinschaft” schmieden zu wollen. Ich hatte das vor längerer Zeit schon mal geschrieben: “Elfenwald” ist eher ein Lebensweg und eine Lebenshaltung als ein “Projekt”. Weder dominieren bei mir Angstthemen, die Menschen in der Herde Schutz suchen lassen (“Oh my Gosh, die Welt geht unter, das Finanzsystem bricht zusammen und die Meeresspiegel steigen – lasset uns Archen bauen und uns aneinander klammern…”), ich halte wenig von bemüht nach außen wirkenden Lehreinrichtungen von Rohkostmissionaren bis “Lichtarbeiter” (dazu noch separat im Artikel “Leben oder Lehren”), und ich bin (manchmal möchte ich sagen: leider) zu scharfsichtig, als daß ich mich in eine der gängigen Wohlfühl-Erlösungsphantasien der Lila-Klasse auflösen könnte, siehe 2012 und “5. Dimension”… Ich jage auch nicht einem “neuen Wir” nach – nicht umsonst spreche ich sehr oft von “Katzenmenschen”, Wesen, die in ihrer Individualität bleiben können, auch wenn sie Gemeinschaft pflegen – “Ego-Auflösung” ist nur für jene interessant, die gerne beim “Satsang” möglichst viele “aufgelöste” zu Füßen ihres eigenen Egos sitzen haben… (was übrigens alles “ok” ist, nur bitte nicht zu dicht bei mir…)

Mein Stand vor rund einem Monat war ein amüsiert-ernüchterter, was nicht mit Resignation oder Frust zu verwechseln ist.

Augenscheinlich sind meine Ideen und mein Fühlen so weit voraus oder so weit zurück oder soweit abseits menschenkompatiblen Denkens, daß bislang niemand das dringende Bedürfnis verspürte zu sagen: “Das ist wichtig und richtig – DA, nimm die lächerlichen paar Tausend Kröten, die Du für die Umsetzung brauchst, ist schließlich kaum mehr als ein ordentliches Auto kosten würde, und MACH DAS.”
Und wirklich passende Menschen, die zufällig aus ihrem früheren Leben noch Investitionskraft übriggehabt hätten, waren bis dahin auch nicht aufgetaucht.

Die Folge: sich verbiegen und versuchen, nicht nur weiterzudenken und sich weiterzuentwickeln, sondern parallel noch einmal kommerziell “erfolgreich” zu werden – oder auf Sparflamme irgendwo einzugraben, oder sich als Ein-/Zwei-/Drei-Siedelei an ein erträgliches, tolerantes Projekt mit dranzuhängen, sozusagen als “Ornamental Hermit” ;-).

Kompromisse gehen dabei für mich immer weniger. Ich kann sehr tolerant sein, wenn Menschen an anderen Punkten ihrer Entwicklung stehen oder bei manchen Themen radikal andere Ansichten haben als ich. Aber es gibt Dinge, die ich nicht mehr ertrage und denen ich mich nicht mehr aussetze – dazu gehören Macht- und Dominanzspielchen (auch und gerade die subtil-manipulativen…), Menschen, die nur zuhören, wenn man schreit, Regelungswut, Unbewußtheit den eigenen “menschlichen” Macken und Verhaltensmustern gegenüber, Unachtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber, und die Angewohnheit, ständig (und meist ungefragt) an anderen herumzupfriemeln statt am eigenen, selten “perfekten”, Selbst.

Kompromißlosigkeit, Klarheit und die Bereitschaft, im Zweifelsfall auch vordergründig “nachteilige” Folgen in Kauf zu nehmen – das hat bei allen Entwicklungsschüben in meinem Leben eine massive Rolle gespielt.

Und auch diesmal scheint es so, als würde die merkwürdige Maschinerie “Universum” auf entsprechend klaren, dabei aber zugleich gleich-gültigen Input mit zunehmend genießbarerem Output reagieren.

Aber das quetsche ich jetzt nicht mehr in diesen ohnehin schon reichlich wortreichen Zwischenbericht, sondern lasse es sich noch ein paar Tage klären und berichte dann… ;-)

2 Antworten auf Elfenwald – Eremitage, Mausoleum oder Community?

  1. Stefan sagt:

    Du hast Elfenwald verdient Martin. Statt jetzt einen Kompromiss einzugehen warte lieber bis sich ein Investor findet :-).

    Auch wenn Leute die so leben wie wir eigentlich alle Zeit der Welt haben darf ich dich aus persönlicher Ungeduld mal an “…dazu noch in den nächsten Tagen ein separates Update…” erinnern.

    Gruß,
    Stefan

    • Schön, daß wenigstens DU das so siehst, Stefan… ;-)
      Das Update dauert, weil der angedeutete Klärungsprozeß dauert(e).
      Es war nämlich fast so weit. Das perfekte Stück Land, gute Leute – aber noch fehlten mir 15-26K Euro, um die Initiative und die “Richtlinienkompetenz” übernehmen zu können und das Projekt missionarsfrei zu halten… ;-)
      Na, ist noch nicht durch, gibt noch paar Varianten, und ansonsten werde ich genau das tun, was Du ansprichst: weiter leben, klare Signale aussenden, und fröhlich ein ebenso klares Echo erwarten.

      Jedenfalls danke für die aufmunternden Worte ;-)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*