Rauchen

Vom Tabak und vom Rauchen

Rauchen polarisiert. Und Rauchen ist einer der vielen Bereiche, in denen Industrie und Politik erfolgreich eine “Schere” in den Köpfen und Herzen der Menschen geöffnet haben. Einerseits wird Rauchen verteufelt. Es macht krank, man stirbt, man ist asozial. Steht auf jeder Zigarettenpackung. Andererseits wird fröhlich daran verdient und noch immer wird der Tabakanbau in der EU subventioniert. DAS ist “Krank”.

Wer sich auch nur am Rande mit Affirmationen und ihrer Wirkungsweise befaßt hat, der vermutet zu Recht, daß die in dekorativen schwarzen Feldern aufgedruckten Sinnsprüchlein das Problem allenfalls verschlimmern. Die Mortalität unter Rauchern wird steigen – den Sprüchlein sei Dank.

Ich finde Rauchen nett. Mit einer Reihe von Einschränkungen.

Wer raucht, sollte wissen, was er tut, Freude daran haben, und dazu stehen. Damit sind alle “light” und Filter-Raucher abgehakt, die von Angst und schlechtem Gewissen getrieben auf sinnfreie Grenzwerte schielen. Und alle, die “ja so gerne ‘aufhören’ würden”.
Wenn Ihr nicht rauchen wollt, dann laßt es. Hört auf mit dem Opfer-Gejammer. Nikotin macht abhängig? Gerücht. Ich kenne eine ganze Reihe Menschen, die fröhlich eine Zeitlang qualmen wie die Schlote und dann wieder monatelang nicht – mich selbst eingeschlossen. Entzugserscheinungen: null. Und zwar ohne “Nicorette”, “Zyban” oder sonstigen Dreck.

Die “Abhängigkeit” spielt auf anderen Ebenen, und soweit sie überhaupt real ist, stammt sie nicht vom Nikotin. Teils wird sie verursacht durch den Drogen- und Giftcocktail, mit dem die gängigen Tabakfirmen das arme Kraut verpanschen – selbst unsere Politik fühlte sich ja vor einiger Zeit bemüßigt, mal die seitenlange Liste der verdächtigen “Beimischungen” zu veröffentlichen. Teils wird sog. Abhängigkeit verursacht durch eine Veränderung im Zuckerhaushalt des Gehirns (einer der Gründe für die Gier nach Süßigkeiten, die oft beim Aufhören einsetzt). Vor allem aber ist es eine Verhaltenslücke, die sich auftut. Die Fluchthandlung bei Langeweile oder Nervosität oder Angst fehlt – und man hat in sich nicht genug, um diese Lücke zu füllen. Das mal als polemisch-unvollständiger Abriß dazu – wer tiefer einsteigen will, findet dazu genug im Netz und in der einschlägigen Literatur (zumindest in der besseren Hälfte davon…).

Ich persönlich rauche eher selten. Manchmal Pfeife (nein, ohne “was drin”, siehe die Seiten zum “Drogen”-Thema), manchmal eine Kretek (diese leckeren Nelkenzigaretten, die mittlerweile in Europa aufgrund der heuchlerischen Krankheitspolitik nicht mehr zu bekommen sind, nur noch in kastrierter und mit Filter geschändeter Form… hat jemand eine Bezugsquelle für “Djarum 76”, die echten?!), manchmal eine Selbstgedrehte aus unverpanschtem Tabak (“Natural American Spirit” – die rote Packung. Das Zeug wird nicht oder kaum behandelt und stammt aus akzeptablem Anbau), oder ein gutes Zigarillo. Auch das Experimentieren mit alten überlieferten Kräutermischungen halte ich für amüsant, obwohl das meiste bislang eher grausig schmeckte. Na, zu rituellen Zwecken vielleicht…

Daß man beim Rauchen ganz normale Rücksichtnahme walten läßt und z.B. nicht einem gerade essenden Menschen seinen Qualm ins Gesicht pustet, halte ich für eigentlich nicht erwähnenswert.

Wie künftige Elfenwald-Bewohner es mit dem Rauchen halten, ist im Wesentlichen ihre Sache.
Nur: Ich HASSE Filterstummel, die überall in der Natur herumfliegen, deshalb haben Filterkippen, Filterzigarillos und alle anderen Filter-Perversionen Hausverbot. Nutzlos, feige und sowohl in der Herstellung als auch beim Ewig-Lange-Nicht-Verrotten eine Sauerei.

Ansonsten gehe ich davon aus, daß jemand, der an einem solchen Projekt teilnimmt, über den Opfer-Unfug, “Sucht” und die gröbsten Muster von geistiger Fremdbestimmung hinweg ist. Wenn Du gerne und bewußt rauchst, darfst Du das gerne tun. Und es könnte gut sein, daß am Rande eines Hügelbeetes sich auch ein paar Tabakpflanzen aussäen…

Noch ein Nachtrag zum rituellen Rauchen, das besonders bei indianisch beeinflußten Menschen eine Rolle spielt: die indianische Spiritualität ist sicher eine der sympathischeren. Ich bin allerdings immer zurückhaltend, wenn es um das Übernehmen und Abkupfern und Nachäffen “fremder” Kulte geht. Mein Gottesbild, wenn ich noch an einem persönlichen Gott klebe, wird nicht besser dadurch, daß ich ihn Wakan Tanka nenne. Und wer “die heilige Pfeife als das perfekteste und einzige Mittel der richtigen Anbetung” 1 versteht, der mag in Bezug auf das gewachsene magische System seines Volkes Recht haben – das funktioniert ohne Pfeife nicht. Andere schon. Also auch da: gerne selber rauchen, aber nicht missionieren. Weder mit heiliger Pfeife, noch mit heiliger Sandale…

  1. sinngemäß zitiert aus “Das Leben des Fools Crow”, einer der beeindruckendsten und berührendsten Biographien eines großen Indianischen Führers und Magiers
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