Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit und „nachhaltiges Wirtschaften“ sind in aller Munde. Buzzwords wie „LOHAS“ haben ihren Zenith schon fast wieder überschritten. Ganze Social Networks und Community-Plattformen beschäftigen sich mit der vermeintlichen oder realen „Nachhaltigkeit“ von Konsum, Produkten, Produktion, Unternehmen, etc.pp. – wie z.B. Utopia.de

Die Diskussionen reichen dabei von überteuerten Gutfühl-Produkten für den Nachhaltigkeits-Dandy über eine Verminderung der Gesamtenergiebilanz von Produkten, die Verlängerung von Produktlebenszyklen, umweltverträglichen und nachwachsenden Rohstoffen bis hin zum völlig aus dem Ruder gelaufenen „CO2“-Fetischismus.

Das ist auch gut so.

Denn dadurch wird zumindest ein klein wenig Bewußtheit geschürt, auch bei mainstreamkompatiblen Gehirnen etwas Nachdenken angeregt, ein wenig hirnloser Konsum durch bewußten Konsum ersetzt, hier und da qualitativ hochwertige, langlebige Produkte und deren Hersteller unterstützt. Besser als nix.

Aber.

Den zentralen Punkt vermeiden die Diskussionen. Und so lange das der Fall ist, kann man nur von Bigotterie sprechen, und das ganze Nachhaltigkeits-Gesabbel bleibt substanzlos und eine kindliche Gewissensberuhigung für diejenigen, die es sich noch leisten können, bei Manufactum oder irgendeinem kostspieligen Ökolabel einzukaufen.

Es gibt nur eine sinnvolle Form von „Nachhaltigkeit“: eine sanfte, aber massive Verringerung der Weltbevölkerung. Wir sind zu viele – und so lange wir uns schlimmer und dümmer als die sprichwörtlichen Karnickel weitervermehren, ist jede Diskussion über „Nachhaltigkeit“ sinnlos, weil die symbolischen Effekte der Verhaltens- und Konsumänderungen durch den gleichzeitig steigenden Bedarf einer immer größeren Menschheit mehr als ausgeglichen werden.

Die Explosion der Weltbevölkerung in den letzten 200 Jahren ist abstrus und weder zu rechtfertigen noch durchzuhalten.

Nehmen wir nur ein kleines Beispiel, nicht aus der „3. Welt“, sondern den USA: der Staat Minnesota, in einigen wenigen Teilen immer noch halbwegs idyllisch, hatte um 1850 herum zwischen 6.000 und 7.000 Einwohner. Um 1900 herum waren es bereits 1,7 Millionen. Mitte des 20. Jahrhunderts waren die 3,5 Millionen überschritten. Heute sind es ca. 5,2 Millionen Menschen.

Auch bei chronischer Rechenschwäche sollten diese Zahlen für sich sprechen.

Das praktisch exponentielle Wachstum der Weltbevölkerung läßt den Bedarf an Grundnahrungsmitteln (reden wir mal gar nicht von Energie und Luxusgütern…) dermaßen ansteigen, daß eine Versorgung über nachhaltige Methoden nicht möglich ist. Und selbst wenn alle Menschen auf Rohkost umsteigen: auch 7 (oder vermutlich doch schon eher 10) Milliarden Avocados pro Tag sind nicht mehr in handgestreichelter Permakultur zu produzieren…

Das oberste Gebot der Nachhaltigkeit für die Menschheit des 21. Jahrhunderts lautet:
Du sollst Dich nicht vermehren.

Wie das umzusetzen ist angesichts einer unreif vor sich hinvögelnden Menschheit, zurechtgelogenen Statistiken, die die Überbevölkerung schönreden, Politikern, die, weil sie ihre maroden Rentensysteme nicht im Griff haben und zu feige sind, jedes Vermögen über 1 Mio Dollar zu enteignen und wieder dem Gemeinwohl und dem allgemeinen Geldkreislauf zuzuführen, weitere Vermehrung propagieren und „Familienförderung“ betreiben, und dem immer noch grotesk starken Einfluß von fruchtbarkeitsverehrenden Religionen… keine Ahnung. Alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß sich nichts ändert, die sanften und angenehmen Wege zu einer kleineren Menschheit nicht beschritten werden, und allenfalls ein paar das Problem auf „natürliche“ Art regulierende Seuchen und Kriege noch helfen können.

Das ändert nichts an der Notwendigkeit.

Wir sind zu viele.
Ändern wir es – bevor es sich von allein und auf höchst ärgerliche Weise ändert.

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