Deutschland, Deutschland…

Nein, Deutschland bringt mich in keinster Weise um den Schlaf, die „BRD“ schon gleich gar nicht. Wie sollte etwas Nicht-Existentes meinen Schlaf stören? Es gibt kein Volk der „Deutschen“, genausowenig es „Spanier“ gibt.

Nationalstaaten sind eine lustige, noch recht junge Erfindung der Menschheitsgeschichte, und sie werden jung sterben. Einfach weil der Ansatz blödsinnig ist. Stämme und Siedlungsräume, die nichts miteinander zu schaffen hatten außer ähnlicher Sprache und dummerweise dem gleichen Klerus und den gleichen Führungscliquen anheim gefallen zu sein, wurden zusammengepfercht, und es wurde ihnen ein „Nationalbewußtsein“ eingetrichtert. Bei manchen hält das bis heute. Putzig.

Selbstverständlich ergibt es wenig praktischen Sinn, in dieser Sache ungeduldig zu sein oder sich Illusionen zu machen, genau wie bei diversen anderen Themen, wo die Menschheit halt noch einen weiiiiiiten Weg vor sich hat, bis man sie wirklich ernstnehmen und liebhaben kann (beides geht schon, aber noch nicht so 100%ig…).

Die Nationalstaaten werden noch eine Weile existieren, und übergangsweise werden wir wohl auch noch einige Versuche überstehen müssen, eine „Neue WeltOrdnung“ zu etablieren, irgendeine Art von Weltdiktatur, die von verschiedenen Seiten angestrebt und wohl von zwei oder drei von diesen auch vorübergehend erreicht werden wird. Und wir werden Widerstand leisten und parallel an Besserem stricken.

Das Ziel aus meiner Sicht ist eine Menschheit, die etwas reifer und erwachsener geworden ist, die weniger Führer und „Landesväter“ braucht. Menschen organisieren sich in den Gruppen, die im Alltagsleben aufeinander bezogen sind. Das wird gewöhnlich in Stammesgröße, Dorfgröße sein, allenfalls in der Größenordnung heutiger „Kreise“ oder „Städte“. Vermutlich wird es auch zunehmend Lebensgemeinschaften in Stammesgröße geben, die nicht via Abstammung, sondern in freier Entscheidung und aufgrund ähnlicher Lebenskonzepte sich zusammenfinden. Darüber wird es keine verbindlichen Autoritäten geben, sondern ein paar demokratische Koordinierungsgremien, im wesentlichen aber wird die Abstimmung der kleinen Gemeinschaften über eine Vernetzung (nach heutigem Stand Internet, bis dahin wird sich das aber alles noch gewaltig weiterentwickeln und verändern…) erfolgen.

Utopie? Natürlich. Wir werden sehen, ob wir bis dahin durchhalten.

Aber wir wollten ja noch über „Deutschland“ reden.
Ähm.
Wollten wir?
Eigentlich habe ich keine Lust dazu.

Dieses „Land“ hat ein paar vergleichsweise gute Jahre erlebt, genau so lange wie man es als Schaufenster des „freien“ Westens und als Frontstaat gegen die „kommunistische Bedrohung“ brauchte. Jetzt wird es abgewickelt, eigentlich schon, seit der Anschluß der Ostgebiete angeordnet und Kohl mit Hilfe der gelben Wendehälse an die Macht geputscht wurde.
Es wird noch ein wenig ausgesaugt, wobei verurteilte Schwerverbrecher (Peter Hartz) und noch nicht verurteilte Schwerverbrecher (laaaaaange Liste) eifrig ihre wirtschaftsfaschistischen Phantasien ausleben dürfen. Gemeingefährliche Organisationen wie die Bertelsmann Stiftung und INSM und Führungsgremien wie das der Bilderberger schreien die Anweisungen weiter, die von den selten sichtbaren Kapitänen in dezentem Ton gegeben wurden, Parlamente und Gerichte parieren und winken durch, gehorsame Handlanger befolgen ja nur ihre Befehle und setzen um, und die Matrosen schrubben das Deck und wandern über die Planke, wenn gewünscht.

Und das „deutsche Volk“, also all die Schwaben, Bayern, Sachsen, Friesen und sonstigen Stammesbrüder und -schwestern? Tun das übliche. Nämlich nichts.

Doch, ein paar schon. Schreiben wacker dagegen an, hier und da wird demonstriert, hier und da brennen Autos. Meistens da, wo Provokateure der Staatsmacht die Bedrohung durch „den Terror“ und „die Extremisten“ aufrecht erhalten. Bei Wahlen bestimmt die Mehrheit einer Minderheit (falls wir gerade mal davon ausgehen wollen, daß Wahlen hier noch unmanipuliert ablaufen), weil die Mehrheit sich längst aus dieser Farce innerlich verabschiedet hat. Aber eben nur innerlich. Aufstand und Neugestaltung stecken hierzulande irgendwie nicht in den Genen und Hirnen und Herzen, man sitzt aus, ballt die Faust allenfalls in der Tasche, übersteht, hat hinterher wieder Amnesie und war gar nicht dabei, und wurschtelt weiter…

Und ein paar gehen halt. So wie wir. Und wünschen den Zurückbleibenden, daß es nicht allzu abartig wird.

Vielleicht schaffen es wenigstens noch die Piraten in den Bundestag. Wenn das Narrenschiff mit voller Fahrt aufs Riff knallt, wäre es dekorativ, wenn wenigstens die Flagge der Informations- und Meinungsfreiheit noch an einem der berstenden Maste flatterte…

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