Allgemeingültigkeit

„Es ist kein Gott, außer Gott“. – „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“.

Na aber klar doch…

Ich nicht. Elfenwald auch nicht. Ich bin vielleicht, der ich sein werde… ;-)

Alleinvertretungen sind allenfalls im Außendienst tolerierbar, und absolute Wahrheitsansprüche entpuppen sich meist schon nach vorsichtigem Betasten und Begutachten, spätestens aber nach wenigen Schnitten mit dem geistigen Skalpell als fette Furunkel. Ausdrücken. Vergessen.

Nein, ich glaube nicht, daß es „den“ Weg gibt. Weder für die Menschheit und ihr praktisches, physisches Überleben, noch für „spirituelles“ Wachstum, noch sonstewas.

Wie schrieb einer der führenden Sensen-Gurus mal so nett: „Irgendwo auf der Welt schwingt einer seine Sense GANZ anders als ich, und kriegt sein Gras auch flachgelegt…“ So ist es, bei den meisten Dingen.

Ich glaube nicht, daß die ganze Menschheit in kleinen Communities im Stile von Elfenwald oder Tamera leben muß. Wäre sicher nicht die schlechteste Variante und würde viele der heutigen Probleme lösen – aber bei weitem nicht alle, und ein zeitnaher freiwilliger Übergang zu einer solchen Lebensweise ist höflich formuliert auch nicht sehr wahrscheinlich.

Bei der Suche nach lebenswerten und praktisch funktionierenden Lebensmodellen, genauso wie bei der Suche nach intellektueller und spiritueller „Wahrheit“, gehe ich sehr einfach und pragmatisch vor: ich sehe mir an, ob man bei der betreffenden Sache aus heutiger Sicht etwas Definitives sagen kann (bei den meisten nicht, dafür ist unser Wissen immer noch viel zu sehr begrenzt), und wenn die ehrliche Antwort mal wieder lautet „wissen wir (noch) nicht“, dann wird fröhlich nach dem Ausschlußverfahren gearbeitet und die eine oder andere Arbeitshypothese aufgestellt, ohne diese aber mit „Wahrheit“ und „Erkenntnis“ oder gar „Erleuchtung“ zu verwechseln.

Will heißen: es gibt eine ganze Menge Ansätze und Glaubenssysteme und Lebensweisen auf der Welt, die ihre Nicht-Tauglichkeit hinlänglich bewiesen haben. Die werden zwar sicher noch eine Weile weiterleben, aber man braucht da keine Energie mehr hineinzustecken, um sie weiterzuentwickeln oder zu bekämpfen. Es reicht, sie und ihre Absurdität beim Namen zu nennen, sich abzuwenden, und anderes zu versuchen.

Ebenso kann man die Energie begrenzen, die man auf geistige Spielereien verwendet, die zwar durchaus amüsant sind und das Denkvermögen trainieren, aber letztlich keine Auswirkung auf mein reales Leben, Denken und Tun haben. Nein, auch nicht die Frage, ob dieses Leben überhaupt real ist. Die Frage, ob wir in einer Scheinwelt oder einer vorherbestimmten „Matrix“ existieren, ist eine gute Gedankenübung. Doch ändert die Antwort, mal ganz davon abgesehen, daß sich das weder erkenntnistheoretisch noch praktisch sauber beantworten läßt, solange wir innerhalb des Systems stecken, mein Verhalten? Ich werde weiterhin davon ausgehen, daß ich einen „freien Willen“ habe und dessen Grenzen ausreizen. Und wenn das eine Illusion sein sollte – so what. Dann kann ich eh nicht anders… *lach*

Das Beispiel ist auf viele Bereiche übertragbar.

Lassen wir den Dogmatismus, auch wenn er zu Übungszwecken und weil man seinen eigenen Weg ja erstmal erkennen und definieren muß, temporär nützlich ist.

Elfenwald und meine Gedanken und Ansichten und Ideen – das ist EIN Ansatz. Der sicher für ein paar Dutzend oder auch ein paar Tausend Menschen weltweit so oder ähnlich wie hier auf diesen Seiten skizziert, eine gute und angenehme Art sein kann, sein Leben zu leben. Und gute Impulse für den Rest geben kann.

Es ist ein Ansatz, der sich bewußt von vielem abwendet und parallel dazu existiert. Ich glaube nicht, daß die Mega-Cities und die „normale“, in vielen Belangen etwas bekloppte, „Zivilisation“ westlicher Prägung kurzfristig verschwinden werden. Nein, die Menschheit wird auch nicht innerhalb der nächsten zehn Jahre beschließen, sich weniger bekloppt zu vermehren. Auch die „Religionen“ werden noch nicht verschwinden. Ich behaupte auch nicht, auf alles eine Antwort und für alle Menschheitsfragen eine Lösung parat zu haben. Fuck the Gurus. Oder vielmehr: sollen sie halt weiter diejenigen ficken, die das als lustvoll empfinden. Why not, solange sie anderen nicht allzu lästig fallen.

Ich bin der Überzeugung daß es der Menschheit besser ergehen wird, wenn sie geistige und praktische Monokulturen bleiben läßt und ihr Denken, Fühlen, Ausprobieren und Handeln BUNT bleiben bzw. wieder werden… Geistiges Monsanto muß nicht sein…

Jup, ich will vergleichsweise „primitiv“ und nah an Mutter Erde zwischen Pflanzen und Tieren leben, ein paar Menschen beim Heilwerden und Ent-Wickeln unterstützen, spielen, leben, lieben.
Und ich bin heilfroh, daß z.B. ein paar Leute in Kalifornien eine andere Lebensvision haben und für mich MacBooks und iPods entwickeln, und ein paar Menschen in Taiwan die dann bauen… Beide Welten – und ein paar Tausend andere – könnten friedlich nebeneinander her existieren, sich belustigt und neugierig beäugen, und Ideen und Impulse hin- und herfließen lassen.

Es geht nicht darum, die vereinheitlichte Feldtheorie und die vereinheitlichte Menschenverbreiung und DIE Wahrheit zu finden. Weisen wir uns gegenseitig hier und da auf die allerdämlichsten und überlebensbedrohendsten Irrtümer hin, lassen wir das systematische Unglücklichsein immer mehr bleiben, halten wir uns die Versklaver der Gedanken, Seelen und Körper vom Leib, so gut es geht, und leben wir unsere positiven Impulse einfach vor – und sehr vieles wird sich im „morphogenetischen Feld“ der Menschheit und in uns entwickeln können.

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