Und wieder ein Jahr rum. Ja, für mich ergibt von allen “Neujahrs”-Definitionen die Wintersonnenwende am meisten Sinn. Und heute ist sie wieder, die längste Nacht. Nach der es wieder heller wird, beginnend an dem von den Christen mit ihrem fiktiven Geburtsdatum gekaperten Lichtfest am 24.12…
Nein, ich füge zu den üblichen Wünschen und Vorsätzen nichts hinzu – wir gehen alle unsere eigenen Wege, meist sehr verschiedene, so auch Du, und daß man “alles Gute” wünscht, ist ungefähr so sinnvoll wie die Ankündigung “Also, um die Wahrheit zu sagen…”. Wünscht man sonst Schlechtes, daß man das so betonen muß, wenn man mal was Gutes wünscht, so dreimal pro Jahr? ;-) Wer sich einem Punkt des generellen Wohl-Wollens oder etwas, das einer “universellen Liebe” ähnelt, annähert, der kann ohnehin nicht anders, für sich, für die geliebten Wesen, und für das große verschwurbelte Ganze.
Also genug davon. Und zu den Updates, was die Auswanderung und meine werte Person angeht…
Ich fühle mich momentan etwas, ähm, “merkwürdig”. Weniger wie “längste Nacht“, mehr wie in “Der längste Tag”, D-Day… Kaum Reserven, keine Ressourcen, und eine konfuse, zögerliche Führung. Ein gewisses Maß an Panik. Grimmige Heroismen. (Und all das im multipel manisch-depressiven Kopf eines einzigen Wesens… *grins*)
Legt nicht zu viel hinein in diesen Vergleich, schon gar keine Nazismen, *lach* – mir kam nur vorher die Querassoziation.
Ja, irgendwie hat es mich die letzten Wochen ziemlich gerissen. Ein privater Anlaß (falls Ihr beiden Lieben hier mitlest – das war “nur” ein Trigger, es geht um Älteres in mir, macht Euch keinen Kopf) diente einigen un- und halbbewußten Ebenen in mir als Vorwand, mal wieder in “altbewährte” Muster der Selbstsabotage und Lähmung zu verfallen. Dazu alte Narben und Wunden, die wieder ein Stück weiter heilen wollten, ein irres Schlafbedürfnis, psychische Prozesse, die in intensivsten Träumen alte und neue Themen verarbeiten, teils schmerzvoll, teils schön – und bei all dem keinerlei Kraft, irgendetwas Pragmatisches zu tun, irgendetwas weiterzutreiben.
Dazu kommt, daß aufgrund organisatorischer (Urlaubsplanung der Freundin, die mitkommt) und emotionaler (“ich muß hier RAUS”) Faktoren der Termin für Paraguay Mitte Februar steht und sich auch nicht mehr schieben läßt. Mithin bin ich geringfügig unter Druck. Ein kleines Projekt, das mir den Flug finanzieren (und Ende November fertig sein) sollte, konnte ich gerade erst beginnen. Und auch sonst hänge ich hinterher, habe keine Ahnung, wie ich mich in den verbleibenden wenigen Wochen organisieren und finanzieren soll – und: es ist mir ziemlich wurscht. Ernsthaft. Natürlich, eine gewisse Verärgerung über mir bis ins kleinste Detail bekannte Mechanismen, die die Dinge unnötig erschweren, und die mich immer wieder kalt erwischen und sich nur seeeehr gemächlich aufdröseln und “erlösen” lassen.
Aber ansonsten: es wird gehen. Wie auch immer.
Teilweise, weil ich mich kenne, und wenn der Arsch richtig brennt dann plötzlich munter werde und unsäglich kreativ und effizient sein kann. Teilweise, weil ich weiß, daß es an der Zeit ist für diesen Schritt, und daß dafür die Dinge sich dementsprechend “ergeben” werden. Mein Leben funktioniert die letzten Jahre so – was dran ist, ist dran, und findet seinen Weg und die Mittel dazu. Manchmal auf sehr merkwürdigen und gelegentlich auch etwas wirren und/oder suboptimalen Wegen, aber das ist halt so, solange man noch nicht zu 100% “aufgeräumt” und in seiner Schaffensmacht ist.
Das ist der Stand der Dinge – und mehr gibt es momentan nicht zu berichten, denn ich plane aktuell auch nicht viel. Eigentlich alles klar soweit.
Mitte Februar werden drei Menschen im Flugzeug sitzen, zwei davon mit der ehrenwerten Absicht, ihr Rückflugticket ungenutzt zu lassen. ;-)
Der Rest findet sich vor Ort, und wird dann ausgiebig hier berichtet.
Hier auf den Webseiten wird es natürlich noch das eine oder andere Update bis dahin geben, ein paar Artikel fürs “ABC” sind mehr oder weniger fertig, und auch ein paar Gedanken zur Motivation der verschiedenen Typen von Auswanderer, zur Finanzierung, etc.pp. werde ich noch einstellen.
Bis dahin gehabet Euch wohl, genießt oder ignoriert die Feiertage, je nach Laune, Temperament und (Un-)Glaube, und friert mir nicht ein wie meine Abwasserleitung hier im Himmelreich… ;-)











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